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(23.05.04 21:05)
Das kleine Kind: „Papi, was ist der Sinn des Lebens? Der Vater: "Das Leben selbst, oder vielleicht dies: Die Welt ein kleines Stück voran bringen."
Das kleine Kind spielt mit Computern, staunt, lernt, versteht, wird gross und irgendwann Softwareentwickler. Das nun grosse Kind staunt weit seltener als früher, lernt noch immer und versteht ab und zu sogar. Viele Jahre nachdem es die ursprüngliche Frage gestellt hat, erinnert es sich plötzlich an des Vaters Antwort und wird nachdenklich, für einen kurzen Moment auch traurig, denn der Vater ist nicht mehr da, ausser im Traum und in der Erinnerung, die - wie gerade jetzt - manchmal erwacht und ins Bewusstsein dringt. Das grosse Kind sitzt vor dem Computer und betrachtet einen codierten Entwurf, den es selbst geschrieben hat und der ihm dennoch seltsam fremd vorkommt. Warum erinnert es sich gerade jetzt an seine Frage und die damals unverständliche Antwort seines Vaters? Ob Fügung oder kleines assoziatives Gewitter der Neuronen, in seinem Geist formt sich das Wort Verantwortung. Und plötzlich spricht der Vater wieder zu ihm, und diesmal ist die Antwort klar und unmissverständlich: "Den Code ein Bisschen besser zurück lassen, als du ihn angetroffen hast." Ernst, mit einem sanften Lächeln auf den Lippen, beginnt das Kind, seine Erkenntnis in die Tat umzusetzen, übernimmt Verantwortung und bringt den Code ein kleines Stück voran. Was dabei heraus kommt, ist nicht perfekt, aber besser! Ein kleines Stück voran auf dem Weg, ein Signal, Verantwortung zu übernehmen und die Hoffnung, dass sie wahr genommen werde. Das Kind ist zufrieden, fühlt sich erwachsen, dankt still seinem Vater und weiss, dass er stolz gewesen wäre.
Jeder von uns lernt auf seine Weise, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen und keine zerbrochenen Fenster zu dulden.
-nemo :-)
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