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(19.08.04 08:00)
Wir schreiben das Jahr 2004, und noch immer stürzen Programme plötzlich aus scheinbar unerfindlichen Gründen ab und verschwenden damit die Zeit ihrer Anwender...
Es ist ist zum heulen: Nachdem ich in meinem Opera-Browser einen neuen RSS-Feed registriert habe, stürzt er mit einer Schutzverletzung ab. Nichts Böses ahnend, startet ich den Browser neu, nur um feststellen zu müssen, dass er sofort wieder mit einer Schutzverletzung den Geist aufgibt. Also startet ich ihn noch einmal und verwerfe die letzte Sitzung, Tschüss Einstellungen! Schön, das hilft, der Browser lässt sich wieder starten. Nur, nun ist der Menupunkt Mail, über den die Newsfeeds angesprochen werden, verschwunden, weg, einfach nicht mehr da. Zur Belohnung stürzt der Browser nach ein paar Minuten wieder mit einer Schutzverletzung ab.
Es scheint nun Zeit für einen Windows Neustart, das hilft ja meistens, aber leider nicht immer, wie sich wenige Minuten später zeigen soll. Nachdem mein Windows XP endlich „runtergefahren ist„ – weiss eigentlich jemand, warum das solange dauert? - und der Neustart einigermassen flott über die Bühne gegangen ist, starte ich den Browser erneut, um nach ein paar Sekunden wieder mit einer Schutzverletzung belohnt zu werden. Meine Laune hat bereits einen Tiefpunkt erreicht. Selbst der köstlich duftende Nespresso Kaffee vermag meine Stimmung nicht zu heben.
Was tun? Da die Probleme mit der Registrierung des neuen RSS-Feeds angefangen haben, beschliesse ich, mich auf die Suche nach den RSS-Konfigurationsdateien zu machen, da ich vermute, dass ein Fehler in dieser Konfiguration die Ursache des Problems ist. Und siehe da, nachdem ich in der Datei accounts.ini den Eintrag für den neuen RSS-Feed gelöscht habe, ist nach dem Neustart des Browser das Mail-Menu wieder da und der Browser läuft wieder, bis jetzt.
Und was lernen wir aus diesem kleinen Zwischenfall?
Konfigurationsdaten sind Teil des Programmes; darauf habe ich schon in einem früheren Beitrag zur Metaprogrammierung hingewiesen. Unsere Tests müssen überprüfen, dass eine ungültige Konfiguration grundsätzlich nicht entstehen kann und dass eine fehlerhafte Konfiguration, die z.B. durch manuelle Eingriffe zu Stande kommt, die Anwendung nicht aus dem Tritt bringt. Das hat mit Disziplin und Sorgfalt zu tun. Aber eben, die meisten Entwickler verbringen ihre Zeit lieber damit, das neuste Cool-Tool auszuprobieren, anstatt sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern; das nervt! Genauso wie die ewigen Ausreden nerven, warum man das nun gerade nicht testen konnte. Wer sagt, er kann nicht, der will nicht! Wer behauptet, dass bestimmte Dinge nicht getestet werden können, der hat einfach noch nicht genug über das Problem nachgedacht.
So, jetzt ist es wieder einmal gesagt. Nun kann ich mir in Ruhe einen zweiten Kaffee gönnen, und die, die es angeht, können sich in der Zwischenzeit für ihre lausige Arbeitshaltung schämen. Noch besser wäre es natürlich, wenn sie sich dazu durchringen könnten, ihr Verhalten zu ändern. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
-nemo :-)
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