(05.03.04 13:15)

Wie heisst es doch so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Und manchmal braucht es tausend Worte, um ein Bild zu erklären...

Wann also ist ein Bild nützlich? Wenn es intuitiv richtig verstanden werden kann. Da Intuition wesentlich auf Erfahrungswissen beruht, folgt daraus: Persönliche Bilder, die nicht auf kulturell verankertem Efahrungswissen beruhen, sind individuell oder psychologisch gesprochen idiosynkratisch und damit nur für den Schöpfer des ursprünglichen Bildes wirklich intuitiv. Ohne gemeinsamen Erfahrungshintergrund ist es nicht möglich, nicht-idiosynkratische Bilder zu erzeugen, die allgemein gültig intuitiv sind.

Das mag eine Binsenweisheit sein, doch stelle ich immer wieder fest, dass viele Menschen glauben, Bilder seien grundsätzlich besser verständlich als z.B. Text. Zudem setzen viele die Bedeutung des Begriffs intuitiv fälschlicherweise mit natürlich verständlich gleich. Ersteres ist lästig und letzteres gefährlich. Gerade im Zusammenhang mit Mensch-Maschinen-Schnittstellen (MMS) wird oft und leichtfertig auf die intuitive Bedienbarkeit verwiesen. Doch die Verwendung eines Artefaktes ist zu Beginn niemlas intuitiv, da sie erlernt und Erfahrungswissen als Grundlage für die intuitive Verwendung erst aufgebaut werden muss. Es geht also weniger darum, wie intuitiv ein Konzept oder dessen Visualisierung ist, als vielmehr um die Frage der einfachen Erlernbarkeit. Oder anders: Damit ein Bild mehr sagen kann als tausend Worte, müssen die dazu notwendigen Konzepte vorgängig gelernt und verstanden worden sein und sich aufgrund des eigenen Erfahrungswissens mit dem Bild in Bezug setzen lassen.

Das Mehr an Information, welches uns ein Bild zu vermitteln vermag, kann durchaus auch unerwünscht sein. Nämlich dann, wenn die konnotative Bedeutung des Bildes seine denotative Bedeutung ungewollt überlagert und damit die eigentlich zu vermittelnde Information verdeckt oder in den Hintergrund drängt.

-nemo :-)

Über diesen Artikel diskutieren.

Zugriffe heute: 1 - gesamt: 5655.




Licht und Schatten Es steckt alles im Namen

Druckbare Version