... menschenfreundlich



(03.06.05 13:50)

Ein schlüssiges und einfach verständliches Domänenmodell ist die Voraussetzung für anwendungsfreundliche Software. Je näher dieses Domänenmodell dem mentalen Modell des Anwenders ist, um so besser sind die Implementierungsdetails der Lösung vor dem Anwender der Software verborgen. Im Idealfall entspricht dabei das mentale Modell – also die Vorstellung des Anwenders bezüglich dessen, was das System tut und wie es dies tut – dem gewählten Domänenmodell.

Mentale Modelle neigen dazu einfacher zu sein als die Realität; ein gutes Domänenmodell hilft dem Anwender dabei, sein mentales Modell auf Basis der richtigen Vereinfachungen zu wählen. Basiert das Domänenmodell also auf den richtigen Abstraktionen, unterstützt es den Anwender bestmöglich bei der Bildung angemessener Vorstellungen und Annahmen im Bezug auf Ziele und Möglichkeiten der Anwendung.

Viele Softwareentwickler gehen davon aus, dass der Anwender davon profitiert, wenn er die technischen Details einer Lösung versteht und schliessen daraus, dass eben dieses Verständnis für die Bedienung von Software zwingend notwendig ist; sie erwarten schlicht, dass die Anwender das Implementierungsmodell der Anwendung schon verstehen werden. Das ist durchaus verständlich, denn die meisten Entwickler kümmern sich im Rahmen der Softwareentwicklung vor allem um eben dieses Implementierungsmodell; dabei ist das Domänenmodell häufig nur implizit in den technischen Artefakten des Implementierungsmodells vorhanden und tritt nicht selten fast völlig in den Hintergrund.

Dieser Umstand scheint mir ein weiteres Argument für die domänengetriebene Entwicklung zu sein: Die bewusste Auseinandersetzung mit der Fachdomäne – losgelöst von ihrer technischen Umsetzung – zwingt uns dazu, uns in die Vorstellungswelt der Anwender zu versetzen. Wir beteiligen uns dann aktiv an der Bildung der mentalen Modelle, die für das Verständnis der Anwendung nötig sind, indem wir eher in fachlichen als in technischen Begriffen denken und gleichsam zu Anwendern unserer eigenen technischen Abstraktionen werden.

Die Domänengetriebene Entwicklung kann uns also auch dabei helfen, menschenfreundliche Benutzerschnittstellen zu gestalten.

-nemo :-)

Über diesen Artikel diskutieren.

Zugriffe heute: 1 - gesamt: 3649.




Einfallsreicher Realismus Bessere Assertions in JUnit

Druckbare Version